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Umbau meines Elternhauses in Haag (Kapellenstraße 11)
 
 
 

Das Haus:

Meine Eltern bauten das Zweifamilienhaus 1970 zusammen mit meinen Großeltern. Die beiden grundrißgleichen Wohnungen sind über ein separates, mit einem großen Glasbausteinfenster belichtetes Treppenhaus erschlossen. Von einem mittig liegenden Flur aus gelangt man in die einzelnen Räume. 
Weil rissiges Mauerwerk, Schimmel an den Wänden und marode Fenster in den nächsten Jahren sowieso eine gründliche Sanierung der Fassade erfordert hätten, konnte ich meine Eltern davon überzeugen, daß dies eigentlich eine angemessene "Übungsaufgabe" für mich als angehender Architekt sei. Und weil meine Eltern früher oder später auch in der Wohnung einiges verändern wollten, habe ich das in mein Sanierungskonzept gleich miteinfliessen lassen. Die Aufgabe wurde so natürlich etwas umfangreicher als zunächst gedacht - zum Schluß ist daraus aber bei recht günstigen Investitionskosten und viel Eigenleistung eine recht "runde Sache" geworden.
 

  

vorher
 
 
 

Die Fassade:

Meine Absicht war, die Fassade nach den Richtlinien eines Niedrigenergiehauses zu isolieren. Um Kältebrücken und damit Schimmel zukünftig zu vermeiden, haben wir das Mauerwerk (30 cm + Putz) gleichmäßig gedämmt. Als Dämmmaterial dienten Matten aus Altpapier und Jute (Homatherm, 6cm), die  mit einer Holzfaserplatte (1,6 cm)überdeckt wurden. Anders als aufgeschäumte Kunststoffplatten (wie z.B. Styropor oder Roofmate) können diese Materialien Feuchtigkeit diffundieren, d.h., die Raumfeuchtigkeit kann ungehindert nach außen abgegeben werden und staut sich nicht über die Jahre im Mauerwerk. 
Über der Dämmschicht liegt eine Lattug, auf die eine Stülpschalung aus gehobeltem Lärchenholz geschraubt ist. Das Holz ist unbehandelt. Der Holzschutz ist rein konstruktiv. So kann u.a. das Regenwasser direkt ablaufen, weshalb Staunässe, die Voraussetzung für Fäulnis, nicht entstehen kann.
Das langlebige Holz altert natürlich und schützt sich mit seiner eigenen Oxydationsschicht (silbriggrau auf der Wetterseite, sonst goldgelb).
Um im Winter Wärmegewinne zu erhalten und aus innenräumlichen Erwägungen heraus haben wir die Fensteröffnungen nach Südost und Südwest vergrößert. Die neuen, isolierverglasten Holzfenster entsprechen den neuesten Standards. Auch die alten Rollokästen als Schwachpunkt (Kältebrücke) haben wir nach Möglichkeit mit Styropor gedämmt.
Nach nun zwei Jahren mit der sanierten Fassade haben sich unsere Erwartungen mehr als erfüllt. Der Bedarf an Heizöl hat sich halbiert (berechnet waren Einsparungen um etwa 30 %) und im Sommer bleiben die Räume angenehm kühl. Angenehmer Nebeneffekt: Im Haus hört man den Verkehr von der B 12 nicht mehr. 
 

Fassade von Norden
 

Badfenster
 

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Hauseingang mit Klingelschild und indirekter Beleuchtung
 
 

umlaufendes Tropfblech (Aluminium)
 
 


 
 
 

Der Wohnbereich:

Während sich in der Wohnung meiner Großeltern im Zuge der Umbaumaßnahme (nur das Wohnzimmer hat einen französischen Balkon erhalten) wenig änderte, konnte ich meine Eltern von der Devise "wenn schon, denn schon" überzeugen.
Wir entfernten Wände, Türen und Stürze, Böden und Möbel und machten so aus Flur, Wohnküche und Wohnzimmer einen Wohnbereich.
Was ehemals Flur und Wohnzimmer war, erhielt jetzt einen durchgehenden Belag aus Lärchendielen und die Küche (die alte, zeitlose Küchenzeile blieb erhalten) einen neuen Fliesenboden.
Um eine großzügige Raumwirkung zu erzielen, habe ich bei der Neumöblierung darauf geachtet, daß die Bodenfläche als Ganzes wahrnehmbar bleibt und deshalb leichte Möbel entworfen, die über dem Boden schweben.
So setzt sich der Wohnbereich jetzt aus verschiedenen Zonen zusammen, die inneinander übergehenden ( Bücher, Garderobe, Eßecke, Espressotheke, Küchenzeile, Couch, Fernsehen). Der runde Eßtisch wird zum Mittelpunkt der Wohnung. 
Die neuen großen Fenster- und Türöffnungen belichten den  Wohnbereich in der ganzen Tiefe und erweitern ihn um die Terrasse und das Grün im Garten.
 

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Blick von Eingangsbereich auf Eßecke (und umgekehrt)
 

Blick aus Küche auf Eßecke, Couch und Terrasse

Blick auf Terrasse
 
 
 
 

Die Möbel:

Für die Möbel sind im wesentlichen drei verschiedene Materialien verwendet: Drahtglas, Edelstahl (Gewindestangen + Bandstahl) sowie MDF-Platten (lackiert)
 

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Bücherregal
 

Rückseite der Geschirrvitrine (trennt Küche vom Wohnen)
 
 

offenes Regal, dahinter geschlossenes Schiebewand 
 

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Tisch, erweiterbar für bis zu 14 Personen, 
Platte aus Birke-Combi-Schichtplatte + Ahornfurnier,
Unterkonstruktion aus Drahtglas,
davor zeitlose Stühle aus der Schreinerwerkstatt meines Opas 
(wahrscheinlich von vor 1940)
 

Rollmöbel für Fernseher und Hifianlage
 

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Espressotheke...................Boden in der Küche
 

Espressotheke und Geschirrvitrine
 
 

Espressotheke und integrierte, alte Einbauküche
 
 

Geschirrvitrine, Küchenseite
 
 

Der Garten:

Früher hatten wir zwei Pflanzgürtel um das Haus, um einigermaßen uneingesehen zu sein. Nachdem die äußere Hecke aber mittlerweile so dicht gewachsen ist, haben wir im Zuge der Umbaumaßnahmen den inneren Pflanzgürtel abgeholzt und die nutzbare Gartenfläche vergrößert. Die Südterrasse ist mit einem luftigen Rankgerüst eingefaßt, das von Wein und Hopfen eingewachsen werden soll.
 

Gemüsegarten und Terrase (Ansicht von Osten)
 

Terrasse mit Rankgerüst